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Exklusiv: Der Gehaltsreport 2012

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Der aktuelle Gehaltsreport für die Elektronikbranche. Detaillierte Gehaltstabellen für alle Teilbereiche der Elektronikbranche - von Automatisierungstechnik bis Solartechnik.

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04. Mai 2010
Die ungeliebte Umstellung auf Bachelor und Master

special Rückkehr zum alten Titel Diplomingenieur?

Die Diskussionen um den Dipl.-Ing. »light«, den Bachelor, reißen nicht ab. Vor allem die Technischen Universitäten sehen ihr Renommee gefährdet, Fachhochschulabsolventen mit Diplom fühlen sich um ihr Gehalt betrogen. Nun soll der Titel Diplomingenieur wieder eingeführt werden.

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Benedikt Fackler (Name geändert) gehört zum vorletzten Diplomjahrgang einer oberbayrischen Fachhochschule.  »Über mein ganzes Studium hinweg wurde bei uns ›Reklame‹ mit den guten Aussichten gemacht. In der Tat - bis Ende 2008 waren die Aussichten hervorragend! Doch für die, die vor einem Jahr ihr Studium beendeten, blieb meist nur die Wahl den Master dranzuhängen. Wir, Abschluss 2010, haben es da schon besser: manche Firmen stellen wieder (befristet) ein,  doch so mancher tut sich auch jetzt noch schwer etwas zu finden, bzw. muss beim ›Preiskampf‹ Zugeständnisse machen.«

Ingenieure mit Bachelor-Abschluss seien gefragt und würden nicht schlechter bezahlt als Diplomingenieure, sagen Arbeitgeberverbände. Und genau das nervt Fackler. Offenbar versuchen nämlich viele Firmen gerade, die Einstellungsgehälter zu drücken. Die Umstellung auf Bachelor und Master hilft dabei. Fackler: »Der Tarifvertrag sieht jetzt bereits keinen Dipl.-Ing. (FH) mehr vor. Ich werde bezahlt wie ein Bachelor, der 2-3 Semester weniger studiert hat.«

Fackler musste keinen Master machen, hat einen Job, fühlt sich aber um sein Gehalt betrogen. Die Umstellung auf Bachelor und Master sieht er kritisch, wie auch so mancher seiner Professoren. »Kaum wurde der Bachelor/Master an den Hochschulen zwangseingeführt, durften die Professoren nichts mehr dagegen sagen. Das Lästern war nach ein, zwei Monaten vorbei, es wird aber ›gezwinkert‹ bezüglich der Gleichwertigkeit der Ausbildung.«, weiß Fackler.

An manchen Hochschulen denken renitente Lehrkörper bereits laut darüber nach, den Titel Diplomingenieur wieder einführen zu wollen. Man bangt um den gewollten Abstand zu den Fachhochschulen. So zum Beispiel Horst Hippler, Präsident der Universität Karlsruhe. Er lehnt den Bachelor-Abschluss an einer Forschungsuniversität wie der seinen ab und rät seinen Studenten zum Master. »Nach drei Jahren kann man an einer Forschungsuniversität noch kein Ingenieur sein«, sagte er kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Es sei zudem grotesk, den international wertgeschätzten Abschluss zu begraben. Zusammen mit Kollegen anderer Technischer Universitäten, die sich als Verband TU 9 zusammengeschlossen haben, plant er eine Rückkehr zur alten Marke. Master-Absolventen von Ingenieursstudiengängen sollen künftig auf ihrem Zeugnis nicht nur Master of Science oder Master of Engineering, sondern in gleicher Schriftgröße auch Diplomingenieur stehen haben. Vorbild dafür sei Österreich. Schließlich habe man bei der Umstellung des Studiensystems auf den Bachelor/Master-Zyklus darauf geachtet, dass Masterabsolventen in den Ingenieurwissenschaften zugleich auch die fachliche Qualifikation erlangen, wie sie bisher der deutsche Diplom-Ingenieur erreichte.

Offiziell diente der Bologna-Beschluss ja der der Schaffung international vergleichbarer Abschlüsse. Doch zu welchem Preis? 

Ob es richtig sei, das Niveau der Ausbildung zu senken um den Ingenieur-Output zu steigern – das fragt sich nicht nur Fackler. »Meiner Info nach gehört selbst bei den aktuellen Azubis »Datenblattlesen« zum Lehrplan, Transistor- & Operationsverstärker-Grundschaltungen dagegen nicht mehr. Die Elektronik wird so für die Schüler zu einem abstrakten »Anstecken und hoffen, dass es funktioniert, ohne zu wissen wie«. Werde so Technikverständnis bei jungen Leuten gefördert? Fackler glaubt nicht. »Wenn ich das Einmaleins aus dem Lehrplan der Schulen streiche, brauche ich mich nicht wundern, dass Schüler Probleme haben, im Kopf zu rechnen und keine Mathematik mehr studieren«.

Die Industrie steht nach eigenen Angaben hinter der Reform. Grundsätzlich unterstützt der VDI den Bologna-Prozess und befürwortet das System der Bachelor-Master-Studiengänge. Doch mit dem Vorhaben der TU 9 sympathisiert er auch: »Wir wollen die Abschlüsse Bachelor und Master stärken, sie sollen im internationalen Vergleich durch das Renommee des Dipl.-Ing. aufgewertet werden. Deshalb sprechen wir uns für eine zusätzliche Ergänzung im Zeugnis aus«, sagt VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. Voraussetzung sei eine bundeseinheitliche Lösung. Eine Umfrage unter 500 Studierenden im VDI hatte ergeben, dass knapp drei Viertel die Diskussion um den Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur neben den neuen Titeln als notwendig erachten. Bei rund 30 Prozent der Befragten führt das gesamte Thema nach wie vor zu Verunsicherung.