Wie belastend ist unsere Arbeitswelt geworden?

von Corinne Schindlbeck
Veröffentlicht am: 24. November 2011
Kategorien: Allgemein
Tags: Keine Tags
Kommentare: 5 Kommentare

Burnout wird als »Mode-Diagnose« gerade öffentlich diskutiert, Betroffene als Jammerer verunglimpft. Wie geht es Ihnen? Haben Sie manchmal Angst, den gestiegen Erwartungen nicht mehr zu genügen, der (Arbeits-)Belastung nicht mehr standzuhalten? Worauf führen Sie das hauptsächlich zurück? Schreiben Sie mir Ihre Meinung!

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  1. Christian Albrecht sagt:

    Zunächst muss ich klarstellen, als freiberuflicher Ingenieur-Dienstleister den Luxus zu besitzen, immer ohne direkte Chefs agieren zu können. Und nach über 25 Berufjahren kann man die Entwicklung der letzten 10 Jahre auch gut in einen Kontext bringen. Mir ist klar, dass zwischen (folgenloser) öffentlicher Diskussion und Verschieben des Problems nach “Jammern auf hohem Niveau” zunächst Verluste an Mitarbeitern bei der Rückkehr aus Boomzeiten zum Normalniveau nicht besonders auffallen und erst beim nächsten Aufschwung so richtig realisiert werden. Aber das “magische Dreieck” zwischen den hierarchischen Projekt-Managements beim Auftraggeber und Auftragnehmer an zwei der Ecken und der Abteilung Realisierung beim Auftragnehmer mit einer Kette von Sub-Unternehmern mit Managern und Projekt-Ingenieuren in jedem dieser Unternehmen führt doch seit Jahren zu dem Ergebnis, dass alle Manager ihre virtuellen Welten pflegen, in der keine Aufgabe zu komplex, abgehoben oder schlicht unnötig sein darf, da die Geldmenge im Projekt stetig zu steigern ist. Leuchturm-Beispiel: Elb-Philharmonie in Hamburg. Und stets klagen alle unisono: Wenn nur unsere Ingenieure halb so gut wären wie wir – dann wäre man in der halben Zeit zum halben Preis mit dem Projekt erfolgreich am Ziel ! Unter Druck von 3 Seiten (2 x Management und 1 x technische Aufgabe) geht eben oftmals auch ein Guter kaputt, der mit seiner Aufgabe, der technischen Lösung eben, problemlos klar käme, wenn er dieser mit ganzer Kraft und kooperativer Begleitung durchs Management der eigenen Firma nachgehen dürfte.
    So fein, wie sich die in Status und Gehalt besser gestellten Kreise das System miteinander so eingerichtet haben, das Fehler stets nur an der dritten Ecke des Dreiecks auftreten (oder besser: wahrgenommen werden) kann man leicht vorhersagen, so lange wird es funktionieren, bis on der diese Schicht tragende Ebene durch Krankheit, abgeschreckten Nachwuchs etc. die Tragfähigkeit verloren gegangen ist. An zeitige Reformen glaube ich nicht mehr …

  2. Ingenieur sagt:

    Sind die Jammerer vielleicht diesmal auf der anderen Seite, weil das Pendel bei einer Berufsgruppe einmal in die andere Richtung ausschlägt? Ingenieure sind nicht reisefaul, sie wollen nur nicht gratis ihre Freizeit und Gesundheit dafür opfern, daß andere dann die Gewinne absahnen. Es gibt ohnehin genug Leute, die von allen im Stich gelassen werden und zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, bis der Burnout sie kriegt. Die Kosten dafür zahlen ja wiederum nicht diejenigen, die aus der Unfähigkeit unserer Politiker eigenen Profit ziehen. Über Dumpingzölle und gänzlich andere Steuersysteme nachzudenken, muß erlaubt sein. Verkaufen wir doch Markteintrittskarten und erlauben den lokalen Firmen diese mit Arbeitsplätzen zu bezahlen. Arbeitsplatzexport durch von der Allgemeinheit quersubventionierte Transportkosten muß ein Ende haben. Wenn es heute billiger ist, Konfitürengläser billiger aus Indien zu kaufen, bezahlt die Transportwirschaft keinen fairen Preis. Das ist eine Sprache, die die Wirtschaft versteht. “Freiwillig” und “böse” sind keine bewertbaren Kategorien.

  3. FAE mit 25J Erfahrung sagt:

    Es ist immer das selbe. Man gibt den kleinen Finger und wird gleich den ganzen Arm “gespeist”…Eine gewisse Felxibilität muss ein FAE mitbringen, aber es mit Vorsicht zu handhaben, weil ein nichtbeteiligte kann es nicht beurteilen was es bedeutet die +60 Std/Woche + An/Abreisezeit Belastung. Spätestens nach paar Monaten merkt man, dass die “Batterien” leer geworden sind und die Motivation und Qualität der Arbeit nimmt exponential ab. Deswegen ist wichtig das die FAE’s immer eine gewisse Min-Max Arbeitszeiten definiert bekommen und dies auch unter kontrolle gehalten wird. Am Anfang ist für das Unternehmen toll und Super, dass so viele Projekte in so kurze Zeit angewickelt werden, nur die Rechnung kommt später, wenn der FAE Ausfällt. Weil nach der Workaholic kommt das Burn-out mit sicherheit. Ein neuen FAE zu suchen und einzustellen/einlernen ist immer wesentlich teuerer als den bestehenden mit guten “Wirkungsgrad” zu führen. Leider gibt es in viel Firmen wo die FAE’s als “durchlaufenden Posten” gehalten werden. Diesen Ruf werden die lange kämpfen müssen um “rein zu waschen”. Wir haben zZ eine Situation, dass die erfahrene sich “gute” Firmen ausgesucht haben und nicht bereit sind diese nur wegen des +Geldes zu verlassen. Persönlich hatte schon +50% mehr Lohn abgelehnt weil die Unsicherheiten zu groß waren.

  4. abc sagt:

    Ich bin der Meinung, dass im man lieber in den Bereich der Webentwicklung gehen soll.
    Zwar nicht so hoher Lohn und nich so viele Karriere-Möglichkeiten. Dafür aber menschliche Arbeitsklima, Kollgenverhältnisse und Arbeitszeiten

  5. gerdt nicholas sagt:

    Tja …hmmm also ich kann nur sagen das die Anforderungen teilweise so Hoch geschraubt sind wo ich mir die Frage stelle was so mancher die Vorstelleung hat wie man das alles telweise qualitativ abdecken soll. Esrt recht als Berufseinsteit. Elektrotechnik, IT oder Maschinenbau greifen heutzutage so ineinander über das man alles sicher nicht beherschen kann.Erst Recht nicht die ganzen zugehörigen Tools meienr Meinung nach ist das die Folge des Zusammenstreichens der einzelnen Stellen in den Verschiedenen Bereichen und das dann durch ein einzelnen zu ersetzen. dieser wird dann über Ingenieurdienstleister gesucht .Glück hat in diesen Zeiten wer eine Ausbildung in einer dieser Konzerne gemacht hat, und nach Berufserfahurng in dem Bereich noch studiert hat wo er aber in den Betrieb geblieben ist.
    Was das hohe jammern betrifft? Nun, ich habe das Gefühl wenn man nicht einer dieser Spezialisten und wenig Berufserfahrung hat bleibt einen nur der Ingenieurdienstleister. Aber beiten konzerne und Ingenieurdienstleister heute wirklich Perspektive solche Aussichten das es sich tatsächlich lohnt für einen Ingenieur durch ein Projekt immer hin und her zuziehen ? Zumal dies auch imme rmit hohen Kosten verbunden ist Zudem steht hinter jedem An auch ein Privatleben das nach jedem Projekt oder wenn man sein Arbeitsplatz verliert vorhanden ist und miestens nach der Arbeit die seelische Unterstützung ist.Hinter dem sogennannten Jammern auf hohen Niveau liegt einfach nur die Angst dies zu verlieren und eventuell wenn man keine Arbeit findet ins soziale Abseits zu geraten. In den letzen Jahren habe ich nur gemerkt das es mit der Menschlichkeit am Arbeitsplatz, oder was sichere Arbeitsplätze gibt mit Aussicht auf Perspektive immer seltener geworden sind. Da steht die Frage doch im Raum ob sich das alles meistens lohnt, wenn dieses für immer mehr AN (ich spreche damit alle Branchen an)nicht mehr gegeben ist. Und wenn mobil heisst das andere sich an mir dumm und dämlich verdienen …und ich nach dem Projekt nicht weiss ob ich ein job noch habe, tue ich mich schwer dafür alles aufzugeben.

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